#1 Salus Klinik Hürth von Tobi94 15.12.2014 08:07

Hallo zusammen,
Ich möchte hier eine Empfehlung aussprechen, was eine Therapie-Einrichtung betrifft.
Egal ob für sehr junge ab 18. J oder ältere Patienten, ich habe von Mai bis Oktober diesen Jahres eine Langzeittherapie in der Salus Klinik in Hürth angetreten & erfolgreich absolviert.
Die Klinik liegt zentral in der Stadt Hürth, gute Bus-Anbindung sowie gute Zug-Anbindung sind aufgrund der Nähe nach Köln kein Problem.
Es gibt mehrere Gruppen, für die ganz Jungen Patienten ca. 18-25 J. gibt es die sogenannte Generation Adventure Gruppe S11, die sich dadurch auszeichnet ein individuelles Therapie-Konzept zu haben, z.B. Pro Monat gibt es eine Projektwoche : in eben dieser Woche soll die Gruppe als Team agieren um ein vorher mit der Gruppe & den Therapeuten abgesprochenes Ziel zu erreichen.
In meiner Zeit dort gab es u.A ein Musik Projekt, in dem wir eine Band gegründet haben, und Songs zusammen erarbeiten & auch aufgenommen haben, jeder Jugendliche hatte seine Aufgabe Vom KameraMann bis zum Gitarristen über den Schlagzeuger gab es für jeden eine Besetzung.
Höhepunkt des ganzen war am letzten Projekttag ein Auftritt im Cafe vor den Patienten aus anderen Gruppen.
Dann gab es ein Gartenprojekt, in dem wir Hänge-Gärten gebaut haben, ausserdem gab es ein Hörspiel-Projekt von der Gruppe die in 2 Teams aufgeteilt worden ist, sodass jede ihr eigenes Hörspiel planen und aufnehmen konnte, es wäre aber auch möglich gewesen ein großes Projekt zusammen zu gestalten.
Wir haben die Themen Rassismus & das Thema : Die Liebe zu den Drogen genommen.
Zuerst wurden die Texte geschrieben und eingeübt und später wurden Mit Laptops & Mikrofonen die vorher eingeübten Texte eingesprochen, und mit Soundeffekten belegt, die auch größtenteils eigenen Ideen entsprungen sind.
Ausserdem sind wir in der letzten Therapie-Phase alle zusammen, mit 3 - 4 Betreuern/Therapeuten Campen gegangen, in der Nähe mussten Zelte aufbauen, waren schwimmen im Nahe gelegenen Otto Maigler See, wir haben Flöße gebaut und damit den Otto-See überquert, Geocaching(Moderne-Schnitzeljagd - mit GPS Gerät) Und noch viele andere Dinge gemacht.
Ein großer teil des Konzepts, beruht auf regelmäßiger Sportlicher Aktivität, die manchmal Fest im individuellen Wochenplan integriert ist, oder wo man sich freiwillig für eintragen kann.
Es gibt einmal das sogenannte (MTT) Medizinische-Trainings-Therapie die im eigenen gut ausgestatteten Fitnessraum stattfindet, es gibt dort gute & hochwertige Geräte und einen erfahrenen Sport-Therapeuten der mit einem Patienten einen eigenen Trainingsplan erstellt.
Nach 8 Wochen beginnt in vielen Fällen die Arbeitstherapie die man in verschiedenen Bereichen absolvieren kann z.B Holz,Garten,Büro usw.
im Wochenplan sind ausserdem pro Woche mindestens 1 Einzelgespräch, und andere auf einen persönliche Therapieeinheiten festgelegt, z.B für Cannabisabhänginge eine Cannabis-IG(Indikativ-Gruppe) oder für Spielsüchtige die sogenannte Spieler Gruppe.
Dazu gibt es in der Gruppe S11 Freitags um 15.30 Uhr das Box Training, was zwar sehr anstrengend ist jedoch Sinn macht bei Aggressionsproblematiken etc pp.
Zu meiner Zeit dort kann ich sagen, wir hatten eine gute Gruppe mit der man über alles reden konnte, auch die Leute waren für einander da und haben sich für einander eingesetzt.
man unterschreibt einen TherapieVertrag bei der Ankunft oder 1-2 Tage später in dem nochmal deutlich die Regeln festgelegt sind, an die man sich zu halten hat wenn man ihn unterschreibt.
Es gibt einen sehr gute und zu 99% immer besetzte Medizinische Abteilung die bei allen großen und kleinen gesundheitlichen Problemen für einen da ist, so dass ich mich dort gut aufgehoben fühlte.
Die Zimmer bieten ausreichend Platz, es gibt einen Zimmersafe für die Wertsachen, Fußbodenheizung, Großes badezimmer, relativ gemütliche Betten, 1 mal die Woche reinigen die Putzfrauen das zimmer, gründlich und sauber vorrausgesetzt sie können sich frei und ungehindert bewegen.
Beim Essen kann man sagen das es eigentlich zu 79% gut schmeckt, es gib reichlich Auswahl egal ob Vegetarier oder FleischEsser.
Sollten Probleme bei der Ernährung auftreten oder man hat Probleme mit Gewichts- ab o. zu-nahme wird eine Ernährungsberaterin hinzugezogenn um gemeinsam mit dem Patienten eine lösung zu erarbeiten.
Ich empfand die Anbindung zu den Therapeuten als relativ nah, sie waren immer da wenn man sie brauchte und bereiten die Leute auch gut darauf vor den geschützten Rahmen der Therapie auch wieder verlassen zu können.
Man benötigt vom Klinik- Standort ca. 10-15 Minuten ins nahegelegene Einkaufszentrum in dem es sehr viele Geschäfte auf mehreren Etagen gibt, egal ob Supermärkte, kioske, Klamotten&Schuh Läden , sowie Büchereien, Kino, Und sehr viel Auswahl an Imbissen&Restaurants.
Möchte man das Gelände verlassen, sollte man sich an der Rezeption ins Ausgangsbuch eintragen, am ersten Tag bekommt man um 12 Uhr Mittags, nach einem Gespräch - ärztlichen Untersuchungen usw. seinen Paten zu sehen, mit dem man sich um 12 Uhr im Foyer trifft, zusammen nimmt man Das Mittagessen ein, bekommt den Ablauf erklärt & wird über das Gelände geführt.In der ersten Woche darf man das Gelände nur mit seinem Paten verlassen, der auch sonst der Ansprechpartner für alle arten von Fragen sein sollte.
Es gibt 2 Raucherbereiche, sonst ist das rauchen auf dem Gelände untersagt.
Gegenüber befindet sich ein Schwimmband, und eine Bowlinghalle für die man an der Rezeption Rabatt-Chips erwerben kann, es gibt regelmäßige Termine mit den Ärzten z.B für eine mögliche medikamentöse Einstellung und anderen Dingen, Medikamente gibt es in der Medizinischen Abteilung zu festen Zeiten, Morgens, Mittags, und Abends, ausserdem kann man sich Medikamente auf Bedarf verschreiben lassen gegen Suchtdruck, oder Schlafprobleme.
Man sollte sein Zimmer sauber und ordentlich halten, ausserdem gibt es regelmäßige Zimmerkontrollen, da man z.B keine Hanteln besitzen soll, da wenn sie runterfallen die Fußbodenheizung kaputt gehen könnte, aber das bekommt man alles erklärt.
Ich fand den Aufenthalt dort, obwohl es natürlich mit viel Arbeit verbunden ist, die Therapie erfolgreich zu beenden, trotzdem angenehm wie in einem guten Hotel.
Die Leute und meisten Mitpatienten, sind hilfsbereit und freundlich, und nachdem die Therapiezeit von 08:00 - 17:00 vorbei ist , entspannt man sich gerne Im Cafe Salü, und trinkt eine Cola oder Kaffee,Tee oder anderes aus dem reichaltigen Sortiment, man kann auch ein Stück Kuchen oder Torte je nach angebot, genießen.
Ausserdem kann man sich auch draußen hinsetzen da zum Cafe ein Aussebereich mit Sitzgelegenheiten gehört.
Im Nahe gelegenen Park könnte man Abends seine Runden Joggen oder andere aktivitäten wahrnehmen.
Ich persönlich brauchte 4 Wochen, bis ich mich gut eingefunden habe, jedoch ist dies von Person zu Person unterschiedlich, aber es war für mich die Richtige Entscheidung in der Salus Klinik in Hürth meine Therapie zu beginnen.
Das war mein Feedback zur Salus-Klinik in Hürth, bei Interesse www.salus-kliniken.de/huerth/ habe ich hier den link zur Website eingefügt auf der man weitere Informationen bekommt.
Gruß Tobi

#2 RE: Salus Klinik Hürth von cilly 16.12.2014 14:41

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Hallo Tobi
wir hatten mit dieser Klinik (Sohn) leider ganz andere Erfahrungen machen müssen.
In den ersten Wochen hat man meinen Sohn mehr oder weniger völlig sich selbst überlassen. Durfte nach ein paar Tagen schon alleine in die Stadt und ist dort Stundenlang spazieren gegangen.
Aber so ist es halt, jeder macht eigne Erfahrungen.
Und natürlich schön das du es geschafft hast.
Lg Cilly

#3 RE: Salus Klinik Hürth von Tobi94 16.12.2014 16:28

Hallo Cilly,
okay sehr merkwürdig in welchem Zeitraum war er denn dort in Behandlung wenn ich fragen darf?
Okay ja das war mit dem Ausgang nach 8 Tagen alleine ohne Paten, fand ich relativ in Ordnung.
aber ist natürlich gut, auch mal eine andere Meinung zu hören, kannst du mir vielleicht Privat eine Nachricht schicken, in der du Kurz erläuterst wie ich "sich selbst überlassen" werten darf.
Gruß Tobi

#4 RE: Salus Klinik Hürth von Andrea 2 16.12.2014 21:32

Das was ich gelesen hab scheint die Klinik ok zu sein. Es bringt nicht`s wenn man zu harte Regeln aufstellt bzw. langes isolieren und fernhalten.
Das Leben danach und meistens sind es ja nur 26 Wochen geht auserhalb der Einrichtung weiter.
LG,
Andrea

#5 RE: Salus Klinik Hürth von Tobi94 16.12.2014 22:41

Also, mir persönlich haben die Freiheiten dort & die gute Bus&Bahn anbindung dort geholfen,denn da ich so so ab dem 8 tag, als man alleine in die Stadt durfte und dabei nicht völlig abgeschottet im Vergleich zu anderen einrichtungenich ganz das normale Leben mitbekommen habe, und so auch mögliche RisikoSituationen aus verschiedenen Blickwinklen betrachten könnte.
Denn bis zu dem Beginn der vollsationären Langzeit, muss man sich darüber bewusst, werden das man Erwachsen ist und eigenständig handelt, ich hätte ja jeder Zeit gehen können.
Also wenn ich eins mit Sicherheit weiß, das die eine Therapie in Freiheit, mir mehr gebracht hat, also jede unter Zwang begonnene als minderjähriger, abgeschottet von jeglicher Zivilisation, ohne Handy etc.
Ich glaube auch, das ich eine Therapie in der ich z.B erstmal 1 Monat lang das Gelände nicht verlassen durfte, mit 100%iger Sicherheit nicht angetreten wäre, denn schließlich sollte ich ja lernen wieder am normalen Leben teilzuhaben, und das geht halt schlecht wenn ich zum Beispiel, auf dem eingezäunten Gelände eines ehemaligen Klosters auf einer Insel hätte 5 Monate verbringen müssen-
Aber anderen hätte es vielleicht besser getan.
Gruß Tobi

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